Zum internationalen Welt Hospiz- und Palliative Care-Tag vom 10.10.2020

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Medienmitteilung des Schweizerischen Seniorenrates SSR zum
internationalen Welt Hospiz- und Palliative Care- Tag vom 10. Oktober.
Der Schweizerische Seniorenrat nimmt mit Genugtuung zur Kenntnis, dass der Bericht des Bundesrats zur besseren Betreuung und Behandlung von Menschen am Lebensende gerade rechtzeitig zum „Welt Hospiz- und Palliative Care-Tag“ vom 10.10.2020 vorliegt. Der Bericht zeigt, deutlich die aktuelle Situation in der Schweiz und den dringenden Handlungsbedarf auf. Unser Leben ist endlich und wohl jeder Mensch wünscht sich würdevoll, in einem wertschätzenden,
ruhigen Umfeld, seine letzten Tage zu verbringen. In dieser sensiblen Lebensphase sind wir auf professionelle Angebote von Palliative Care, angewiesen. Es braucht aber auch die Unterstützung unsere Mitmenschen, ihre Fürsorge, ihre Pflege und ihre spirituelle Begleitung. Der Bericht des Bundesrates zeigt dieses Bedürfnis auf, doch leider kann dieser Wunsch heute in vielen Fällen noch nicht umgesetzt werden. Zwar haben sich die Angebote im Bereich Palliative Care verbessert, namentlich die spezialisierte Palliative Care in Akutspitälern. Grosse Lücken bestehen jedoch nach wie vor im ambulanten Setting und in Institutionen der Langzeitpflege. Zudem gibt es in der Schweiz immer noch Kantone, die über kein Hospiz verfügen, ein wichtiges Angebot in der ganzen Kette einer integrativen Palliative Care. Die letzte Lebensphase ist meist geprägt von einer zunehmenden Hinfälligkeit unseres Körpers und Geistes. Ein Mensch, der an einer fortgeschrittenen, bald zum Tod führenden Krankheit leidet, benötigt dennoch oft keine Versorgung in einem Akutspital. Er kann aber aufgrund der Komplexität seiner Erkrankung oder seiner sozialen Situation weder zuhause noch in einer Pflegeinstitution optimal betreut werden. Ein stationäres Hospiz bietet diesen Menschen professionelle Pflege und Begleitung in einem persönlichen und häuslichen Rahmen. Der SSR ist erfreut, dass der Bericht des Bundesrates auch auf die Situation in der Coronapandemie eingeht. Insbesondere sei hier auf das Problem der Menschen im Sterbeprozess in Langzeitinstitutionen während des Lockdowns hingewiesen. Zwar wurden die vielen Todesfälle in Pflegeheimen beklagt, doch entscheidend ist die Frage wie diese Menschen die letzten Lebenstage verbringen mussten. Konnte das Pflegepersonal gemeinsam mit den Angehörigen trotz des Lockdowns palliative Pflege und Betreuung erbringen, welche den Namen verdient? Leider müssen wir einmal mehr feststellen, dass ein Bericht aus dem BAG zwar eine klare Analyse macht und auch eine gute Zusammenstellung der Massnahmen, die eingeleitet werden müssten. Doch fehlt letztlich der entscheidende Punkt der Finanzierung. Erst wenn diese Frage über alle Bereiche der palliativen Versorgung geklärt ist, steht der Bevölkerung auch am Lebensende die Pflege und Betreuung, auf die sie Anspruch hat.
Für den SSR ist unbestritten, dass Pflege am Lebensende, wie die Geburtshilfe, zur Grundversorgung der Bevölkerung gehört und sie muss in allen Situationen sichergestellt werden.

Arbeitsgruppe Gesundheit
Schweizerischer Seniorenrat
Das Copräsidium

Bea Heim & Roland Grunder

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