Fachtagung Demographie und Wohnungswirtschaft: Seniorenfreundliche Zugänge zum Mietwohnungsmarkt

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In den meisten Schweizer Städten besteht ein Mangel an günstigen kleineren Wohnungen. Durch das wachsende Segment der Pensionierten wird zudem der Mietwohnungsmarkt zukünftig stark geprägt werden. Vor allem ältere Leute haben immer mehr Mühe, eine günstige Wohnung zu finden. Unter dem Patronat des Swiss Real Institut (Institut der Schweizer Immobilienwirtschaft) ist an der Fachtagung „Demographie und Wohnungswirtschaft: Seniorenfreundliche Zugänge zum Mietwohnungsmarkt“ vom 27. Juni 2019 an der HWZ Hochschule für Wirtschaft, Zürich, die Studie gleichen Titels von Dr. Joëlle Zimmerli präsentiert und diskutiert worden. Im Zentrum der Studie und der Fachtagung stand die Frage, wie das wachsende Segment der Pensionierten auf dem Mietwohnungsmarkt besser berücksichtigt werden kann, sowohl im ordentlichen Vermietungsprozess als auch in ausserordentlichen Situationen.

An der Fachtagung sind folgende Erkenntnisse der Studien präsentiert worden:
– Facts und Figures zu Pensionierten auf dem Wohnungsmarkt
– Zielgruppen-Segmente und deren Bedürfnisse (Segmentierung der Pensionierten nach Kaufkraft und Handlungsbedarf im Fall einer Kündigung)
– Anreize für mehr Umzüge bei Mietern im Pensionsalter
– Seniorenfreundliche Arealentwicklung und Vermietungsabläufe
– Privilegierter Zugang zu Wohnungen für finanzielle Härtefälle
– Seniorengerechtes Vorgehen bei Leerkündigungen
 
Nach der Vorstellung der Studie durch Joëlle Zimmerli sind vier Fallstudien in Breakout Session vorgestellt und diskutiert worden: 1. Pensionierte als Zielgruppe von Erstvermietungen, 2. Umzugsangebote für Pensionierte, 3. Pensionierte als Betroffenen von Leerkündigungen, 4. Vermittlung von preisgünstigen Mietwohnungen an Härtefälle. 
 
Senioren sind eine heterogenen Gruppe, Patentlösungen für altersgerechte Mietwohnungen gibt es nicht. Senioren suchen vor allem moderne Wohnungen im Umfeld eines guten Nahversorgungsangebots. Sie schätzen eine gute soziale Durchmischung, viele sind auf günstigen Wohnraum angewiesen. Um den Zugang zum Mietwohnungsmarkt zu verbessern braucht es Kommunikation und Koordination zwischen Wohnungsanbietern, sozialen Institutionen, Verbänden und öffentlicher Hand. Die Studie hat aufgezeigt, was Wohnungsanbieter beachten müssen, um den Wohnungsmarkt 65plus besser erschliessen zu können. 
 
Werner Wälti
Vorstandsmitglied SVS

Eine Antwort

  1. Prof. em. Dr. oec. publ. Peter Haudenschild, Nationalratskandidat der Aargauer Seniorenliste TEAM65+
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    Es ist so schlimm, dass selbst gutbetuchte Senioren und Seniorinnen im Alter 80+ grosse Schwierigkeiten haben, eine Mietwohnung zu bekommen! (Psssst: Sie ziehen ja bald wieder aus in die letzte Ruhestätte). Jeder Vermieter ist natürlich frei, wem er eine Wohnung vermieten will, aber das finde ich dann doch Altersdiskrimination, die laut Bundesverfassung verboten ist. Marktversagen.

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