Altersdiskriminierung: Gut Ding will Weile haben!

Kategorie News | 0

Im Bemühen, die Diskriminierungen auf Grund des Alters zu reduzieren – wir sprechen von reduzieren, nicht von beseitigen  – hat sich vor einem guten halben Jahr der Verein  „Arbeitsgemeinschaft gegen die Altersdiskriminierung (AGAD)“ gebildet. Als Gründungsmitglieder waren die  „Aktion 50plus“ – die Interessenvertretung der Arbeitslosen ab 50 Jahren , und der Schweizerische Verband für Seniorenfragen(SVS) die tragenden Säulen der AGAD, welcher inzwischen noch weitere zugewandte Orte angehören. Die Formulierung des Inhalts der Initiative erwies sich als langwierig. Drei Staatsrechts- und Jura-Professoren brauchten lange Zeit, um sich zu finden.

Inzwischen steht der Text fest und ist bei der Bundeskanzlei eingereicht worden. Jetzt braucht es aber eine professionelle Geschäftsführung zum Sammeln der 100’000 nötigen Unterschriften. Dieses Unterfangen ist auch sehr kostspielig. Erfahrene Initiativen-Organisatoren – diese Leute gibt es wirklich – sprechen von rund einer Viertelmillion Franken, welche zum Einreichen des Begehrens notwendig sind. Das ist bei der Finanzlage der beiden tragenden Organisationen nicht möglich. Im Laufe der Zeit sind zwar weitere Organisationen zur Initiative gestossen, so z. B. Vasos und der SSR. Die Terz-Stiftung zeigt Sympathie, und der Schweizerische Gewerkschaftsbund unterstützt unser Vorhaben – moralisch, versteht sich!  Die Liste der Erstunterzeichner umfasst ziemlich ausgeglichen das linke und das rechte politische Spektrum, was aber gleichzeitig auch für Spannungen sorgte.

Die immer wieder neu aufgetauchten Schwierigkeiten haben auch zu ernsthaften persönlichen und personellen Differenzen geführt, welche eine Weiterführung der Arbeiten blockierten. Die Verantwortlichen haben die Konsequenzen gezogen. Der bisherige Vorstand der AGAD ist gesamthaft zurückgetreten. An einer Mitgliederversammlung beschlossen die Mitglieder der AGAD, die Initiative weiter zu verfolgen und bis Mitte 2020 mit der Unterschriftensammlung zu beginnen. Voraussetzung dazu sind organisatorische Professionalität und finanzielle Zusagen. Ein neuer Vorstand unter der Leitung von Rechtsanwalt Dr. Denis G. Humbert aus Zürich, Spezialist für Arbeitsrecht,  ist gewählt worden und hat die Arbeit aufgenommen. Als Vizepräsidenten amtieren der Präsident des SVS sowie die beiden ex-Nationalrätinnen Suzanne Leutenegger-Oberholzer und Monika Stocker.

Die AGAD hofft, mit den bereinigten Strukturen und klaren Kompetenzen nun die konkreten Arbeiten weiterführen zu können im Interesse der Seniorinnen und Senioren, zu denen wir auch die Arbeitslosen ab 50 Jahren zählen. Aber wir brauchen Eure Unterstützung, sowohl personell , organisatorisch und wenn immer möglich auf finanziell. Dabei gilt auch hier der alte Grundsatz: wir kämpfen nicht für uns, sondern für die kommenden Seniorengenerationen, welche heute noch im Parlament Politik machen, als ob sie das alles nichts angehen würde.

Karl Vögeli
Präsident SVS

9.8.19

Bitte hinterlasse eine Antwort